Erstellt am: 14. September 2026
Gebäude aus Massivholz werden zunehmend höher und anspruchsvoller. Holzstützen aus Brettschichtholz (BSH) oder Furnierschichtholz (FSH/LVL) übernehmen dabei eine zentrale Funktion, indem sie die Lasten aus den oberen Geschossen über das Tragwerk bis in das Fundament ableiten. Eine besondere Bedeutung kommt dem Übergang zwischen Holzstütze und Betonfundament zu. An dieser Schnittstelle treffen unterschiedliche Baustoffe, hohe Lasten sowie Anforderungen an Tragfähigkeit, Dauerhaftigkeit und Feuchteschutz aufeinander. Entsprechend sind durchdachte Verbindungslösungen im Sockelbereich entscheidend für die Leistungsfähigkeit der gesamten Konstruktion.
Inhalt: Anforderungen an Sockelanschlüsse | Structus Base | EN 1995-1-1:2025 | Structus Base Funktionsweise | Anwendungsbereiche | Fazit
Sockelanschlüsse übernehmen die Aufgabe, die Lasten von Holzstützen sicher in die darunterliegende Tragstruktur abzuleiten. Besonders im mehrgeschossigen Holzbau müssen hohe Lasten über vergleichsweise schlanke Holzstützen in Fundamente eingeleitet werden. Da die Auflagerfläche des Betonfundaments häufig größer ist als der Querschnitt der Stütze, kommt dem Sockelanschluss eine zentrale Rolle zu: Er muss den Querschnittsübergang konstruktiv ausgleichen, die auftretenden Kräfte kontrolliert auf eine größere Fläche verteilen und lokale Spannungsspitzen im Holz sowie im angrenzenden Fundament vermeiden. Je nach Tragwerkskonzept sind dabei neben vertikalen Druckkräften auch horizontale Scherkräfte zu berücksichtigen. Gleichzeitig werden von modernen Verbindungslösungen eine hohe Maßgenauigkeit und eine effiziente Montage erwartet. Insbesondere bei Bauprojekten mit hohem Vorfertigungsgrad sind Anschlüsse gefragt, die sich präzise positionieren lassen und einen wirtschaftlichen Bauablauf unterstützen.
Neben der Kraftübertragung spielt ebenfalls der Schutz vor Feuchtigkeit eine zentrale Rolle. Sockelanschlüsse befinden sich häufig im Übergangsbereich zwischen Holz und mineralischen Baustoffen, sodass konstruktive Maßnahmen erforderlich sind, um Feuchtigkeitseinwirkungen auf das Holz zu reduzieren. Ein ausreichender Abstand zum Fundament sowie eine geeignete Trennung der Bauteile können dazu beitragen, die Dauerhaftigkeit der Konstruktion zu erhöhen. Gleichzeitig beeinflussen die Umgebungsbedingungen auch die Beanspruchung der eingesetzten Stahlkomponenten. Deshalb sollten Verbindungsmittel und Stahlbauteile entsprechend der geplanten Verwendung mit einem geeigneten Korrosionsschutz ausgeführt sein.
Für die Realisierung tragfähiger Sockelanschlüsse im mehrgeschossigen Holzbau bietet Eurotec mit dem Structus Base eine Verbindungslösung für den Anschluss von Holzstützen an einen Betonuntergrund. Der Stützenfuß wurde als Weiterentwicklung der Structus Lastdurchleitung für den Einsatz im modernen Ingenieurholzbau konzipiert und eignet sich für hochbelastete Holzstützen. Die Konstruktion ermöglicht die Übertragung von Druck-, Zug- und Scherkräften zwischen Stützen und der darunterliegenden Tragstruktur.
Eine Besonderheit des Structus Base liegt in der Ausbildung der Kopfplatte. Die darin schräg angeordneten KonstruX Vollgewindeschrauben ermöglichen eine Kraftübertragung in unterschiedliche Richtungen. Die fünf Ausführungen sind auf unterschiedliche Stützenquerschnitte abgestimmt und decken Mindestquerschnitte von 120 × 120 mm bis 260 × 260 mm ab. Damit stehen für unterschiedliche Anforderungen im Tragwerk passende Baugrößen zur Verfügung. Durch eine Höhe von mindestens 180 mm ist sichergestellt, dass die Stütze und das empfindliche Hirnholz während der Bauphase vor Feuchtigkeit geschützt sind.
Der Structus Base besteht aus verzinktem S275-Stahl und ist für die Nutzungsklassen 1 und 2 vorgesehen. Je nach Ausführung werden Bemessungsdrucktragfähigkeiten von bis zu 1.400 kN erreicht. Die jeweiligen Tragfähigkeiten sind abhängig von der gewählten Variante und den zugrunde liegenden Bemessungsbedingungen.
Der Structus Base setzt sich aus einer Kopfplatte, einem Rohrabschnitt und einer Grundplatte zusammen. Die drei Bauteile bilden eine durchgängige Verbindung zwischen der Holzstütze und dem Betonuntergrund. Je nach Produktausführung unterscheiden sich insbesondere die Abmessungen der Platten sowie Durchmesser und Länge des Rohrabschnitts.
Die Befestigung an der Holzstütze erfolgt über die Kopfplatte und die dafür vorgesehenen KonstruX ST Vollgewinde-Senkkopfschrauben. Diese werden schräg in die Holzstütze eingebracht und verbinden die Stütze mit der Kopfplatte. Bei den Modellen Structus Base 1217 und 1616 kommen jeweils vier Schrauben mit einem Durchmesser von 8 mm zum Einsatz. Die größeren Ausführungen 1813, 2213 und 2612 werden mit jeweils acht Schrauben mit einem Durchmesser von 10 mm befestigt. Die Schraubenlängen sind ebenfalls auf die jeweilige Ausführung abgestimmt und reichen von 95 bis 220 mm.
Über die Kopfplatte werden die aus der Holzstütze eingeleiteten Kräfte in den Rohrabschnitt und von dort in die Grundplatte weitergeleitet. Die Grundplatte bildet den unteren Anschluss des Structus Base und wird über vier Befestigungspunkte mit dem Betonuntergrund verbunden. Hierfür können Bolzenanker oder Ankerstangen mit entsprechendem Injektionsmörtel verwendet werden. Welche Befestigung für das jeweilige Bauvorhaben geeignet ist, muss projektspezifisch bemessen werden.
Auch die Montage ist auf eine schrittweise Herstellung des Anschlusses ausgelegt. Die Kopfplatte wird zunächst an der Holzstütze positioniert und mit den vorgesehenen KonstruX Schrauben befestigt. Anschließend wird die Stütze mit dem montierten Structus Base auf dem Betonuntergrund positioniert und die Grundplatte am Untergrund befestigt. Ein großer Vorteil von Structus Base ist, dass kein aufwendiger Abbund in der Vorfertigung notwendig ist und die Installation einfach auf der Baustelle oder aber bereits im Werk erfolgen kann. Die Bemessung der Betonbefestigung sowie die statische Überprüfung der angeschlossenen Holzbauteile sind dabei unabhängig von der Bemessung des Structus Base projektbezogen vorzunehmen.
Der Structus Base kommt überall dort zum Einsatz, wo hochbelastete Holzstützen sicher an einen Betonuntergrund angeschlossen werden müssen. Sein Einsatzschwerpunkt liegt im mehrgeschossigen Holzbau und insbesondere bei Konstruktionen, bei denen hohe Lasten über die Stützen in die darunterliegende Tragstruktur eingeleitet werden. Dazu zählen beispielsweise mehrgeschossige Holzgebäude und Holzhochhäuser mit tragenden Stützen aus Brettschichtholz oder anderen leistungsfähigen Holzbaustoffen.
Mit zunehmender Gebäudehöhe und wachsenden Anforderungen an Tragwerke in Holzbauweise gewinnen durchdachte Anschlussdetails zunehmend an Bedeutung. Der Sockelanschluss bildet dabei die Schnittstelle zwischen der Holzkonstruktion und der massiven Tragstruktur und muss entsprechend zuverlässig geplant und ausgeführt werden.
Mit dem Structus Base steht eine Lösung ohne großen Abbundaufwand zur Verfügung, die speziell auf die Anforderungen moderner Holztragwerke ausgerichtet ist. Die unterschiedlichen Ausführungen ermöglichen eine bedarfsgerechte Anpassung an das jeweilige Tragwerk und schaffen damit eine Grundlage für zuverlässige Sockelanschlüsse im mehrgeschossigen Holzbau. Gerade bei hohen Beanspruchungen kann eine passend dimensionierte Verbindung dazu beitragen, die konstruktiven Anforderungen an die Schnittstelle zwischen Holz und Beton sicher umzusetzen.
Dann melden Sie sich jetzt bei Eurotec Coach an – unserer exklusiven Plattform für wertvolle Informationen und Handwerkertipps. Wir teilen regelmäßig neue Fachbeiträge. Einfach Zugang freischalten und weiterlesen!
Hier finden Sie Informationen und Neuigkeiten rund um Eurotec.
Entdecken Sie neue Kataloge, Produkte oder weitere Themen.
Erfahren Sie, worauf es bei fachgerechten Verschraubungen im Holzbau ankommt – mit Infos zu Einschraubmoment, Kopflagerung & Anwendungen.
Transportanker für CLT, Brettschichtholz und vorgefertigte Holzbauteile. Erfahren Sie, wie moderne Transportankersysteme sichere Hebe-, Transport- und Montagevorgänge im Holzbau unterstützen.
Schraubfundamente bieten eine flexible Alternative zu Betonfundamenten. Erfahren Sie hier mehr über Einsatzbereiche, Montage und technische Grundlagen.
Der Bau einer Terrasse wirkt auf den ersten Blick simpel: Untergrund vorbereiten, Unterkonstruktion aufbauen und anschließend den entsprechenden Terrassenbelag verlegen. Die Planungsphase ist in der Praxis jedoch ebenso entscheidend, da sie maßgeblich darüber bestimmt, wie langlebig und funktional eine Terrasse ist.
Solaranlagen auf Steildächern gehören heutzutage zum Standard im Wohn- und Gewerbebau und werden verstärkt genutzt, um nachhaltigen Strom zu erzeugen. Geneigte Dächer stellen gleichzeitig besondere Anforderungen an die Montage
Schallschutz spielt im modernen Bauwesen eine zentrale Rolle. Er trägt maßgeblich zum Wohnkomfort bei und beeinflusst, wie Räume akustisch wahrgenommen werden. Unzureichender Schallschutz meistens sofort bemerkt und als störend empfunden.
Erfahren Sie, wie Photovoltaikanlagen auf Flachdächern mit Ost-West-Aufständerung fachgerecht montiert werden. Der Beitrag behandelt Systemaufbau, konstruktive Anforderungen sowie Aspekte zu Windlast, Ballastierung und effizienter Flächennutzung.
Erfahren Sie, wie Umweltproduktdeklarationen (EPDs) bei Eurotec Transparenz über Umweltwirkungen schaffen, nachhaltiges Bauen ermöglichen und Planern verlässliche Daten liefern.
Sie möchten immer auf dem neuesten Stand sein? In unserem Newsbereich erhalten Sie einen exklusiven Einblick in unser Unternehmen. Lesen Sie jetzt!
Lernen Sie uns kennen! Wir von Eurotec bieten unseren Kunden ein breitgefächertes Produktportfolio und langjährige Erfahrung.
Sie möchten über Neues von Eurotec auf dem Laufenden bleiben? Nie wieder Neuigkeiten und Informationen rund um Eurotec verpassen - mit unserem Newsletter. Melden Sie sich hier an!